Den demografischen Wandel in der Textil- und Bekleidungsbranche gestalten

Finden Sie Verbündete!

Holen Sie betriebliche Akteure mit ins Boot: Als Geschäftsführung, Betriebsrat, Verantwortliche aus der Personalabteilung, operative Führungskraft sowie als Fachkraft des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sind Sie gemeinsam die wesentlichen Treiber von Veränderungen. Nutzen Sie den demografischen Wandel als Chance für bessere Arbeitsbedingungen, höhere Qualität und gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit. Mit den Faltblättern als Einstieg ins Thema können Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen auf den richtigen Kurs bringen. Welche Rolle Ihnen in diesem Veränderungsprozess zukommt, lesen Sie hier.

Nutzen Sie vorhandene Strukturen!

Platzieren Sie demografische Themen routine- und planmäßig z. B. in Arbeitsschutzausschuss-Sitzungen, bestehenden Arbeitskreisen und Produktionsbesprechungen. Knüpfen Sie die Themen so an bereits vorhandene und sogar gesetzlich geforderte Handlungsfelder an:

  • Erweitern Sie Ihre „klassische“ Gefährdungsbeurteilung zu einer ganzheitlichen Gefährdungsbeurteilung, indem sie alternskritische Aspekte – vor allem körperliche und psychische Belastungsfaktoren – ergänzen.
  • Berücksichtigen Sie Belastungsaspekte bereits bei der Neuanschaffung von Maschinen. Betrachten Sie dabei nicht nur den Normalbetrieb, sondern auch das Rüsten und die Instandhaltung, um Belastungen möglichst zu vermeiden.
  • Nutzen Sie Sicherheitsunterweisungen, um Ihre Beschäftigten zusätzlich zu gesundheitsgerechten Arbeitsweisen, z. B. zur schonenden Handhabung mit Lasten, zu schulen.
  • Platzieren Sie alternsgerechte Arbeitsgestaltung auch im Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) und Integrationsmanagement. Möglicherweise erhalten Sie für Gestaltungsmaßnahmen finanzielle Unterstützung unterschiedlicher Träger.

Bilden Sie Belastungsbeauftragte aus!

Ein Team unterschiedlicher Hierarchieebenen (Fachkraft für Arbeitssicherheit, Meister, Betriebsratsmitglieder), das demografische Themen – vor allem alternsgerechte Arbeitsgestaltung – konsequent bearbeitet und mit den Arbeitssicherheits- und BEM-Teams kooperiert.

Machen Sie Führungskräfte zu Demografie-Experten!

Fach- und Führungskräfte benötigen die Sensibilität für Leistungsveränderungen im Laufe des Arbeitslebens sowie Wissen, Instrumente und Anregungen, um Arbeitssysteme alters- und alternsgerecht zu gestalten. Sich intensiv mit den Arbeitstätigkeiten der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu beschäftigen, Lösungen zu erarbeiten, Beschäftigte zu qualifizieren und Beteiligungsprozesse zu organisieren, erfordert Zeit. Dies gelingt, wenn Führungskräfte zeitlich weniger ins Tagesgeschäft (z. B. Dokumentationen) eingebunden sind.

Führungskräfte als Vorbilder!

- vor allem im Umgang mit der eigenen Gesundheit. Dies beinhaltet z.B. auch das Tragen von persönlichen Schutzartikeln. Denn Gesundheit ist eine Führungsaufgabe. Sie können dieser Rolle nur gerecht werden, wenn Sie selbst Bescheid wissen: Darüber, wie Führungsverhalten die Gesundheit der Beschäftigten positiv oder negativ beeinflussen kann. Bieten Sie Ihren Führungskräften entsprechende Qualifizierungen an.

Tun Sie Gutes und sprechen Sie darüber!

Verbesserungsmöglichkeiten gibt es immer, doch auch kleine Fortschritte sollten Sie publik machen, sei es am Schwarzen Brett, in den Arbeitskreisen oder auf Betriebsversammlungen. Dies erhält die Motivation – bei Ihnen selbst und bei allen anderen Beteiligten.

Schließen Sie Betriebsvereinbarungen!

Mit Betriebsvereinbarungen können Sie die Inhalte, Abläufe, Verantwortlichkeiten, personellen und finanziellen Ressourcen für die Gestaltung des demografischen Wandels festlegen. Der „Dreiklang“ aus Altersstruktur, Qualifikationen und alternskritischen Gefährdungen und Belastungen sollte gemeinsamer Bestandteil der Betriebsvereinbarung sein: So bekennen Sie sich verbindlich zu einem ganzheitlichen Vorgehen.

Und nun die größte Herausforderung:

Schaffen Sie Wertschöpfung durch Wertschätzung!

Mit einer Kultur, die geprägt ist von Beteiligung und Wertschätzung eines jeden einzelnen Beschäftigten – als Expertin oder Experte ihres/seines Arbeitsplatzes mit den vorhandenen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wünschen. Kommunizieren Sie auf Augenhöhe, zeigen Sie Anerkennung und geben Sie konstruktive Rückmeldungen. Eine beteiligungsorientierte, wertschätzende Unternehmenskultur entsteht durch die Menschen und insbesondere Führungskräfte, die sie (vor)leben, nicht per Beschluss.

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) Initiative Neue Qualität der Arbeit Bundesministerium für Arbeit und Soziales

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