Den demografischen Wandel in der Textil- und Bekleidungsbranche gestalten

Es empfiehlt sich, die Beschäftigten als Expertinnen und Experten ihrer Arbeitsbedingungen bei der Durchführung der alterskritischen Gefährdungs- und Belastungsanalyse zu beteiligen. Über die subjektiven Einschätzungen der Beschäftigten hinaus, gilt es das Arbeitssystem als Ganzes zu betrachten. 

Den Maßstab zur Beurteilung der physischen und psychischen Belastungen am Arbeitsplatz bilden dabei die gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse, wie sie in zahlreichen Technischen Regeln, Verordnungen, Normen usw. fixiert sind. Im nächsten Schritt werden dann die im Altersgang veränderlichen Faktoren der Leistungsfähigkeit in die Bewertung einbezogen, wie es auch die Betriebssicherheitsverordnung in der Fassung vom 1. Juni 2015 im Detail fordert (BetrSichV §3). Dabei ist es keineswegs so, dass das Alter mit dem Verlust von Fähigkeiten auf allen Ebenen verbunden ist. Richtig ist vielmehr, dass der Mensch differenziert altert. Diese Erkenntnis gilt es bei der Arbeitsgestaltung zu berücksichtigen. Negativ wirken sich z. B. reizarme Tätigkeiten gepaart mit hohen körperlichen Belastungen aus. Anzustreben sind deshalb psychisch anregende Tätigkeitsprofile mit geringen bzw. wechselnden körperlichen Belastungen. Ziel ist, die jeweiligen Stärken in der jeweiligen Lebensphase für die entsprechende Arbeitsaufgabe nutzbar zu machen und die Tätigkeit entsprechend zu gestalten. Dabei sind solche Eigenschaften, Potenziale und Kompetenzen, die sich im Alter tendenziell eher verbessern, als betriebliche Ressourcen zu betrachten, die für eine alternsgerechte Arbeitsgestaltung genutzt werden können.

Abgesehen von der individuellen Konstitution jedes Menschen gibt es Faktoren der menschlichen Leistungsfähigkeit, die weitgehend konstant bleiben, aber auch solche, die im Alter ab- oder zunehmen können:

Und was kommt heraus?

Als Ergebnis einer alternskritischen Gefährdungs- und Belastungsbeurteilung

 

  • entsteht ein Profil der momentanen Belastungssituation aus der Perspektive älter werdender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
  • lassen sich Ursachen von mangelndem Wohlbefinden und eingeschränkter Gesundheit ermitteln,
  • lässt sich das Ausmaß alterskritischer Arbeitsplätze für den Gesamtbetrieb darstellen,
  • lassen sich betriebliche Handlungsfelder erkennen und Maßnahmen ableiten, mit denen die Arbeitsfähigkeit jedes einzelnen Beschäftigten erhalten und gefördert werden kann.
  • werden zusammen mit der Altersstruktur des analysierten Bereichs damit Risiken und unmittelbarer Handlungsbedarf durch mögliche Verschleißerscheinungen deutlich.

 

 

 

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