Den demografischen Wandel in der Textil- und Bekleidungsbranche gestalten

Zunächst wird beschrieben, welche Instrumente und Maßnahmen zur Gestaltung des demografischen Wandels eingesetzt und miteinander verknüpft wurden, um eine alternsgerechte und lernförderliche Arbeitsgestaltung zu erreichen, die es ermöglicht, länger gesund zu arbeiten und die Produktivität und Innovationskraft der Unternehmen zu erhalten und zu fördern.

In der betrieblichen Praxis wurden die folgenden Analysemethoden und Erhebungsinstrumente in der Regel parallel eingesetzt und im Zusammenhang ausgewertet: 

  • die Altersstrukturanalyse
  • die Qualifikationsbedarfsanalyse
  • die alternskritische Gefährdungs- und Belastungsbeurteilung mithilfe von Belastungsprofilen und dem daraus abgeleiteten Arbeitsplatzkataster.

Lesen Sie zu den einzelnen Instrumenten, ihren Einsatzmöglichkeiten und ihrem Nutzen mehr unter gestalten.

 

Die Verknüpfung der Ergebnisse der verschiedenen Analysen bietet dabei einen ganzheitlichen Blick auf das Unternehmen und seine Belegschaft. Die vertieften inhaltlichen Informationen, die mit diesen Instrumenten gewonnen werden, ermöglichen die Planung und Durchführung einer ganzheitlichen alternsgerechten Arbeitsgestaltung.

Wie sah die Arbeit in den Projektbetrieben konkret aus?

Altersstrukturanalyse: Sofern in den Betrieben noch keine Altersstrukturanalyse vorlag, wurde diese durch das textil-fit-Team erstellt. Meist ergab diese ein hohes Durchschnittsalter und eine alterszentrierte Belegschaft, in der ein Großteil der Beschäftigten bereits über 50 Jahre alt war. Dabei wurden die Analysen nicht nur für das Unternehmen als Ganzes sondern auch für einzelne Abteilungen und Schichten erstellt. Darüber hinaus wurden auch Prognosen für die Zukunft und die damit verbundene Altersentwicklung durchgeführt. Eine beispielhafte Altersstruktur aus einem Unternehmen sehen Sie unter Bestandsaufnahme.

Qualifikationsbedarfsanalyse: Sofern in den Betrieben keine Qualifikationsmatrix vorlag, wurde diese gemeinsam mit den Führungskräften und den Beschäftigten erstellt. Sie verdeutlicht, welche Beschäftigten über welche Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen und ermittelt zudem die Qualifizierungswünsche der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, eine wichtige Basis für einen an der Belastung orientierten Arbeitsplatzwechsel. Die Analyse zum Qualifikationsbedarf zeigt Engpassqualifikationen auf und gibt Hinweise, welche Maßnahmen erforderlich sind, um wichtiges Wissen im Unternehmen zu halten. Gleichzeitig wird deutlich, über welche Einsatzflexibilität die Beschäftigten verfügen. Schauen Sie sich hier eine beispielhafte Qualifikationsmatrix aus einem Unternehmen an.

Bei den alternskritischen Gefährdungs- und Belastungsanalysen begleitete das textil-fit-Team die Beschäftigten während der Früh-, Spät- und Nachtschicht an ihren Arbeitsplätzen und achtete dabei besonders auf alternskritische Belastungen. In Gruppengesprächen analysierten und bewerteten die Beschäftigten ihre psychischen Belastungsfaktoren. Belastungsanalysen können nur dann ein vollständiges Profil erzeugen (physisch, psychisch, mental), wenn diese beteiligungsorientiert durchgeführt werden. D. h. die Beschäftigten als Experten ihres Arbeitsplatzes bringen ihre Erfahrungen aus dem täglichen Arbeitsleben ein und benennen Maßnahmen zur Veränderung der Arbeitsbedingungen.

Belastungsfaktoren aus der Arbeitsumgebung wurden gemessen (Beleuchtung, Lärm, Klima). Die Messwerte wurden verglichen mit den Anforderungen aus der Arbeitsstättenverordnung, arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen und der Soll-Ist-Abgleich mit Hilfe des Ampelmodells dargestellt. Das textil-fit-Team stellte dem Steuerkreis in den Projektbetrieben die Ergebnisse aus den Belastungsanalysen vor. Diesem gehörten i. d. R. der Geschäftsführer, Führungskräfte, die Fachkraft für Arbeitssicherheit und der Betriebsrat an. Bestandteil der Ergebnispräsentation waren konkrete Verbesserungsvorschläge. Diese Maßnahmen wurden im Steuerkreis diskutiert und an die betrieblichen Rahmenbedingungen angepasst. Führungskräfte und Beschäftigte setzten technische und arbeitsorganisatorische Maßnahmen gemeinsam mit Beteiligung der Beschäftigten selbstständig in den Unternehmen um.

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) Initiative Neue Qualität der Arbeit Bundesministerium für Arbeit und Soziales

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